Hier lag seit sicherlich einem oder mehr Jahren ein ungespieltes Wings of Liberty und Heart of the Swarm herum. Hintergrund war, dass ich allergisch auf die elendigen "Clients" à la BattleNet, Origin, Steam etc. pp. reagiere. Anyhow, ich gab mir dann einen Ruck und spielte es, inklusive eines dann nachgekauften "Legacy of the Void".

Nun, es lohnte sich, für das Spiel an sich. Faszinierend war, dass das Spiel quasi 1:1 dem originalen StarCraft entspricht (bis auf die Handlung); teilweise wird sogar die Originalmusik (oder nur leicht verändert) abgespielt. Alle Fraktionen spielen sich wie "damals" und vor allem bei den Terranern wurden wenig neue Einheiten hinzugefügt (in der Kampagne). Faszinierend ist es dahingehend, dass man das anderen Herstellern wohl um die Ohren schlagen würde, es aber hier bestens funktioniert.
Davon abgesehen, sind sinnvolle Detailverbesserungen enthalten. Das Spiel spielt sich flüssiger als vor allem Broodwar. Bei letzterem erinnere ich mich vor allem daran, wie ich gefühlte Stunden damit zubrachte, den Aufrüstungsgebäuden bei der Arbeit zuzuschauen und riesige Armeen aufzubauen, nur um diese dann an winzige Vorposten des Gegners zu verlieren.
Das Spiel ist auf "Moderat" (euphemismus für "Leicht") zwar recht einfach, aber auch flüssiger, zudem gibt es pro Mission besondere Aufgaben wie z. B. keine Einheit durch XY auf Schwierigkeitsgrad "Normal" zu verlieren, die für eine gewisse Motivation sorgen, sie nochmal zu spielen.
Lobend hervorzuheben sind auch die Entscheidungen in der Terranerkampagne, ob man dieser oder jener Fraktion hilft. Die Zerg- und Protosskampagne wurde in der Hinsicht flacher.

Als störend erwies sich jedoch dieser ganze "Always On"-Kram. Ich bin da wohl zu alt, als dass ich es schätzen würde, dass ich in das Spiel hineinkomme und im Chat eine Diskussion über Flüchtlinge mit Parolen von links bis rechts läuft. Ebenso bin ich kein Freund davon, dass eine Einzelspielerkampagne nicht spielbar ist, weil der Hersteller seine Server warten muss.

Richtig störend ist jedoch, dass das Spiel stellenweise wie die Touristenfalle eines überlaufenen Urlaubsortes wirkt. Man kann dort tatsächlich 4,99 € dafür ausgeben, um seine "Wir haben nicht genug Vespingas"-Meldungen von Kerrigans Stimme vorgelesen zu bekommen. Und das ist noch einer der "sinnvolleren" DLCs. Zusatzmissionen mögen als DLC noch überzeugen, ansonsten ist das für mich nur Geldschneiderei, die ein Spielerlebnis abträglich beeinflusst.

In der Presse tauchen immer wieder Diskussionen darüber auf, welche Entscheidung selbstfahrende Autos treffen sollen, wenn sie z. B. vor die Wahl gestellt werden, eine Oma oder ein Kind plattzufahren; weiter verkompliziert wird das dann gern durch Fragen wie eine rote Ampel, d. h. soll das Auto das bei rot über die Straße gehende Kind plattfahren oder ausweichen, um die Oma zu töten, die aber bei Grün über die Straße geht.

Die Antwort ist recht einfach und entspricht dem, was ich in der Fahrschule gelernt habe: bremsen. Dort wurde uns eingehämmert, dass Bremsen fast immer die bessere Entscheidung ist gegenüber ausweichen. Ausweichen führt gegen den Baum oder in den Gegenverkehr und bringt die Gefahr mit sich, die Zahl der Unfallbeteiligten drastisch zu erhöhen.
Eine Maschine kann schneller und kräftiger bremsen als ein Mensch und damit schneller und effektiver die Gefährlichkeit des Autos verringern. Es macht einen großen Unterschied, ob man mit 10 km/h oder 20 km/h erfasst wird.

Weiters würden moralische Maschinen den Straßenverkehr für alle Beteiligten unberechenbarer machen. Im Prinzip müsste man ja jederzeit damit rechnen, von einem selbstfahrenden Auto totgefahren zu werden, weil es berechnet hat, dass man selbst weniger lebenswert ist als das Kind mit IQ 180 – oder der entlaufene Hund des Bundespräsidenten.

Man sollte insofern die Entscheidungsprozesse des Fahrzeugs gering halten, d. h. bremsen und ausweichen, falls möglich.

War das Lego von früher besser?

Pokémon Go ist in aller Munde, so sehr, dass es selbst bei Kantinengesprächen unter nichtaffinen Kollegen zum Thema wird. Und auf meinem Arbeitsweg lungerten unvermittelt größere Gruppen an Jugendlichen herum, die alle auf ihre Smartphones starrten; als ich dann mal auf ihre Bildschirme schielte, sah ich die typische Pokémon Go-Karte.